
Regenwald in Aceh und Sumatra
Der tropische Regenwald war bis vor kurzem noch das, was Sumatra am deutlichsten kennzeichnete. In der Kolonialzeit aber und vor allem in den 50er Jahren wurde mit großflächigen Rodungen begonnen. Der Regenwald wurde in die Bergregionen, die nur schwer bis gar nicht zugänglich waren, zurück gedrängt. Die meisten Regenwälder im Flachland sind inzwischen vernichtet, meist sind es Kleinbauern, die Wanderfeldbau betreiben und die die Wälder niederbrennen. Auch die Unternehmen, die zur Herstellung von Palmöl Flächen benötigen, zeichnen dafür verantwortlich. Leider gerieten im Jahr 1998 die Feuer außer Kontrolle und konnten über mehrere Monate hinweg große Verwüstungen anrichten. Sogar Flughäfen mussten damals geschlossen werden, weil die Rauchentwicklung so stark war – ein deutliches Zeichen für die Größe der Brände.
Heute wird in den Schulen versucht, den Kindern den Umgang mit dem Regenwald beizubringen. Es geht dabei um die Vermittlung eines ökologischen Bewusstseins, wobei die ersten Schritte hier zwar getan werden, allerdings noch wenig erfolgreich sind. Erreicht werden soll damit, dass die Entwaldung nicht weiter fortschreitet und dass die heutigen Kinder und Jugendlichen als Erwachsene ein wenig verantwortungsbewusster handeln, als das bis dato durch die Erwachsenen der Fall ist. In den Regenwäldern Sumatras leben einige der gefährdetsten Arten von Tieren und Pflanzen der gesamten Erde. Der Nashornvogel ist hier ebenso beheimatet, wie der Großaugenfasan, der Sumatra-Elefant oder verschiedene Primaten. Einige Arten sind endemisch, das heißt, sie kommen nur hier und nirgends sonst vor. Dies bedeutet aber wiederum, wenn der Regenwald abgeholzt wird, sterben diese Arten unwiderruflich aus.
Der Regenwald wird in den Tourismus mit einbezogen. So werden beispielsweise Touren durch den Regenwald angeboten, bei denen hier auch übernachtet wird. Mit ein bisschen Glück lassen sich die Sumatra-Orang-Utans blicken. Sehr selten gibt es übrigens hier den Sumatra-Tiger mit seiner kräftigen Färbung zu sehen. Auch das Sumatra-Nashorn, das kleinste seiner Art in der Welt, ist hier beheimatet. Die Regenwälder von Sumatra sind in das UNESCO Welterbe aufgenommen worden. Das war im Jahr 2004 und sie gelten nun als Kulturdenkmal. Die Welterbestätte ist fast 26.000 Quadratkilometer groß und umfasst drei Nationalparks: Gunung Leuser, Barisan Selatan und Kerinchi Seblat.
Gunung Leuser liegt in der Provinz Aceh und umfasst etwa 9000 Quadratkilometer. Über die Stadt Medan ist der Nationalpark touristisch erschlossen. Nun ist Medan selbst zwar häufig Ausgangspunkt für touristische Unternehmungen, die Stadt selbst gilt allerdings eher als groß und laut, für Touristen eher uninteressant. Von hier aus lassen sich aber andere Ziele hervorragend entdecken und überhaupt kann die Provinz Aceh von hier aus erschlossen werden.