
Wirtschaft in Aceh, Indonesien
Die Region Aceh ist genau genommen sehr reich, auch wenn viele Menschen hier nicht zuletzt aufgrund des Tsunamis im Jahr 2004 völlig verarmt sind. So besitzt Aceh eines der größten Erdgas- und Erdölvorkommen, die es überhaupt in Indonesien gibt. In der Provinz haben sich Erdölfirmen aus der ganzen Welt niedergelassen. Hier stellt die Armut der Bevölkerung natürlich einen harten Kontrast dar. Doch in Aceh gibt es auch noch weitere Bodenschätze, so zum Beispiel Kupfer, Eisen und Gold. Die Landwirtschaft ist hier weniger bedeutend, die Kleinbauern versorgen in erster Linie sich selbst und ihre Familien, ein Exportgeschäft an landwirtschaftlichen Produkten ist hier nicht nennenswert. Allerdings ist die Produktion von Palmöl sehr bedeutend und für die Ansiedlung der dafür nötigen Unternehmen wurden große Flächen des Regenwaldes gerodet. Aceh bekommt wirtschaftliche Unterstützung durch die KfW-Bankengruppe. Denn mit Hilfe der hier in den verschiedenen Programmen vergebenen zinsgünstigen Kredite wurde begonnen, die Wärme der Vulkane zu nutzen.
Und noch etwas ist im Plan, was bisher weniger von Bedeutung war: der Agrotourismus. Denn auch wenn die Kleinbauern kaum für den Export wirtschaften, so sind doch weite Teile der Böden überaus fruchtbar und lassen bis zu drei Ernten im Jahr zu. Ananas, Bananen und Durian, aber auch andere Früchte aus dieser tropischen Region gedeihen hier prächtig. Entlang der Küstenebene wurden Reisfelder eingerichtet, nachdem die Böden weniger versalzt waren. Hier wurde ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem geschaffen. Nun soll es also nicht nur den Ökotourismus oder den Strandurlaub in der Region Aceh geben, sondern eben auch den Agrotourismus.
Natürlich ist der Tourismus eine Haupteinnahmequelle, allerdings ist dies erst in jüngster Zeit wieder zu spüren. Nach dem Tsunami 2004 hat es sehr lange gedauert, bis sich überhaupt wieder Gäste einfanden und bis das touristische Angebot nennenswert war. Immerhin war die komplette Infrastruktur zerstört und musste erst mühselig wieder aufgebaut werden. Touristen, die nach Aceh kommen, lieben nicht nur den Individualtourismus mit seinen geführten Touren in die Berge und in den Regenwald, sondern auch die Besuche auf den Kaffeeplantagen. Kakao ist hier noch weniger verbreitet, aber dafür hat der Kaffee eine lange Tradition. Interessant ist aber die Initiative Koperasi Kakao Organik, eine Organisation, die sich dem ökologischen Anbau von Kakao verschrieben hat und der rund 1000 Kakaobauern angehören. Das Land unterstützt die Kakaobauern hier, rund zwei Hektar pro Familie gab es für den Anbau der Kakaobohne. Noch ist eine gute Tasse Kakao in den Restaurants schwer zu bekommen, aber schon bald wird sich das geändert haben.